BlutuntersuchungenZu den wichtigsten Blutuntersuchungen bei Nierenerkrankungen oder dem Verdacht auf Nierenerkrankungen gehören Die Bedeutung dieser Laborwerte wird im Folgenden besprochen: Kreatinin und Harnstoff im BlutNierenkranken gegenüber wird oft der
Kreatinin- oder Harnstoffwert erwähnt. Normalwerte:
Beide Werte sind leicht zu messen und dienen
daher sozusagen als „Thermometer oder Tachometer“ der Nierenfunktion.
Von Medizinern werden sie auch als „Nierenwerte“ oder als „Retentionswerte“
(lat. retinire = zurückhalten) bezeichnet. ElektrolyteElektrolyte sind Salze im Blut. Dazu gehören vor allem
Die Niere scheidet diese Salze aus und reguliert ihren Blutspiegel. In der Regel schafft es die Niere bis kurz vor der Dialyse, diese Blutsalze im Gleichgewicht zu halten mit Ausnahme von 2 Substanzen: Phosphat steigt schon geringen Einbußen an Nierenfunktion an. Den Phosphatspiegel muss daher man mit Tabletten senken (s. Kapitel Medikamente), da ein zu hohes Phosphat langfristig die Knochenfestigkeit schwächt. Bikarbonat sinkt oft bei Nierenkranken mit mittelgradiger bis schwerer Niereninsuffizienz ab und kann durch Bikarbonattabletten behandelt werden. Bikarbonat ist im Blut eine Puffersubstanz um Säure abzufangen. Mit zunehmender Niereninsuffizienz fällt mehr Säure an. Die übrigen Serumelektrolyte werden in der Regel erst kurz vor der Dialyse verändert, z.B. kann dann das Kalium gefährlich ansteigen und Calcium, Natrium und Chlorid können abfallen. Dies kann Ihr Arzt leicht kontrollieren, denn die Elektrolyte sind in jedem Labor einfach zu messen. BlutbildEine Blutarmut begleitet die meisten Nierenkrankheiten. Warum? Die Niere steuert die Blutbildung, weil sie das
Hormon Erythropoietin bildet. Erythropoietin regelt wie viele rote
Blutkörperchen vom Knochenmark produziert werden. Je schlechter die Niere
funktioniert, desto geringer ist die Produktion von Erythropoietin und
damit von roten Blutkörperchen. Je weniger rote Blutkörperchen, desto
weniger Sauerstoff kann transportiert werden und desto geringer ist die
individuelle Leistungsfähigkeit. Merke: Als Nierenkranker sollten Sie
über Ihre Kreatininwerte und die Menge an Eiweiß im Harn
Bescheid wissen und evtl. darüber Buch führen.
(c) Prof. Dr. Mann und Dr. med. Martin Pachmann
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| Zweiter Teil: Die körperliche Untersuchung |