Fragen zu: Harn- oder Nierensteine
Nephrolithiasis
Frage:
Wie und wodurch ist es möglich, daß ein
Nierenstein, der schon in die Blase gewandert war, nach dem Setzen einer
Schiene zum Gewährleisten des Harnabflusses wieder zurück in die Niere
gelangt? Der Stein hat einen Durchmesser von ca 1 cm. Wie kommt es zu
dieser "Rückwärtsbewegung", durch das Setzen der Schiene?
Es ist, wie Sie richtig schreiben, schier nicht möglich,
dass ein Stein, der bereits in der Blase war, wieder zurück durch den
Harnleiter in das Nierenbecken wandert. Meist verhält es sich so, dass
der Stein im Harnleiter feststeckt. Diesen Harnleiter muss man sich wie
einen dünnen Schlauch vorstellen, der an einigen Stellen Engstellen hat,
die für den Stein zu eng sind. Dieser Schlauch ist je nach Patient ca.
20cm lang, große Variationen sind möglich. Wenn der Stein in diesem
Harnleiter bis zu einer Engstelle gewandert ist, hat er bis dahin
sicherlich schon die Schleimhaut verletzt und Schmerzen angerichtet. Dann
steckt er fest. Der Urologe schiebt mit seiner Schiene (die auch nichts
anderes als eine Art Schlauch ist) den Stein zurück ins Nierenbecken,
denn nur dort kann man ihn gefahrlos zertrümmern. Gleichzeitig wird damit
ermöglicht, dass der Urin wieder abfließen kann.
Frage:
Meine Mutter wurde gestern operiert, weil sie
Nierensteine hatte und nun hat man ihr ein Rörchen reingesteckt damit das
Urin in die Blase fließen kann, aber sie hat trotz schmerzmittel starke
schmerzen und in ihrem Urin ist sehr viel Blut vorhanden, ist das
normal...?
Ja, ein solcher Verlauf ist (leider) oft normal. Die
Schleimhaut, die den Harnleiter innen auskleidet, ist sehr
schmerzempfindlich und leicht verletzbar. Nachdem ein Stein
hindurchgerutscht ist, ist die Schleimhaut oft wund und muß erst wieder
heilen.
Allerdings halten die Schmerzen in der Regel nur kurz
an, auch die Blutung ist normalerweise schnell wieder gestoppt.
Frage:
Ich bin 26 Jahre alt und leide seit ca. 6 Jahren an
Nierensteinen. Die Steine mussten ca. 4 mal jährlich durch ESWL beseitigt
werden. Nun haben sie wieder zugeschlagen! Bei meinen Steinen handelt es
sich um Kalziumoxalatsteine, die trotz Ernährungsumstellung und viel Flüssigkeitszunahme
immer wieder auftreten.
Kann eine in meinen Nieren vorhandene Zyste
ausschlaggebend für die immer wiederkehrende Steinbildung sein? Oder ist
es eher eine Stoffwechselerkrankung der Niere?
Der erste Schritt sollte in einer Bestimmung der
Urinkonzentration von Calcium und Oxalsäure bestehen. Bei einer erhöhten
Ausscheidung von Calcium muss an eine Überfunktion der Nebenschilddrüsen
(Hyperparathyreoidismus) gedacht werden. Dies ist eine relativ häufige
Erkrankung und kann durch eine Entfernung der betroffenen
Nebenschilddrüse meist problemlos geheilt werden kann.
Dann können auch andere Erkrankungen wie bestimmte
Autoimmunerkrankungen (z.B. Granulomatosen) eine solche erhöhte
Calciumausscheidung hervorrufen, diese sollten auch abgeklärt werden.
Bei der Behandlung kann neben der von ihnen ja
bereits durchgeführten hohen Trinkmenge auch zusätzlich ein
Thiaziddiuretikum verordnet werden, dies sollte aber der behandelnde Arzt
entscheiden.
Bei der erhöhten Ausscheidung von Oxalsäure (Hyperoxalurie)
kann im wesentlichen nur die Zufuhr eingeschränkt werden. Allerdings gibt
es keine wissenschaftlichen Daten, die eine effektive Behandlung eines
Steinleidens durch Diät gesichert haben. In der Regel sind Nierenzysten
kein Ausgangspunkt für die Steinbildung, wohl können aber wiederholte
Harnwegsinfekte eine Steinbildung begünstigen. Dies sollte abgeklärt
werden.
Frage:
ich habe ein Problem und zwar wurde mir ein
Nierenstein mit der ESWL Therapie zertrümmert.
Im Krankenhaus wurde eine 24 Stunden Urin
Untersuchung gemacht, alle Werte waren in Ordnung bis auf den
Harnstoffwert. (mein Wert: 4,84 ; Referenz des Labors 7-20) Jetzt habe ich
gelesen, dass ein niedriger Wert auf eine Niereninsuffiziens hinweisen
kann. Halten sie diesen Wert für bedenklich? Im Blut lagen die Werte wohl
im Normbereich. Mache mir ziemliche Sorgen, dass mit meinen Nieren etwas
stimmt. Ultraschall ist auch ok, bis auf kleineste Steinreste sieht die
Niere ganz normal aus.
Die Harnstoffausscheidung über den Urin ist in sehr
hohem Maß abhängig von der Harnstoffproduktion im Körper, diese richtet
sich insbesondere nach Art und Menge der Nahrungszufuhr. Daher ist eine
sinnvolle Aussage über die Harnstoffausscheidung nur als Quotient des zu
dieser Zeit im Blut enthaltenen Harnstoffes möglich ("Wieviel des im
Blut enthaltenen Harnstoffs werden pro Tag über den Urin
ausgeschieden"). Und erst diese fraktionelle Harnstoffausscheidung
kann eine Aussage über die Funktionsfähigkeit der Nieren treffen. Wenn
die Blutwerte alle in Ordnung waren, ist wahrscheinlich eher davon
auszugehen, dass keine Einschränkung der Nierenfunktion vorliegt. Leider
ist es über das Internet absolut nicht möglich, Ihre Werte konkreter zu
beurteilen, geschweige denn, konkrete Behandlungsvorschläge zu machen.
Frage:
Wie und wodurch ist es möglich, dass ein
Nierenstein, der schon in die Blase gewandert war, nach dem Setzen einer
Schiene zum Gewährleisten des Harnabflusses wieder zurück in die Niere
gelangt? Der Stein hat einen Durchmesser von ca. 1 cm. Wie kommt es zu
dieser "Rückwärtsbewegung"?
Es ist, wie Sie richtig schreiben, schier nicht möglich,
dass ein Stein, der bereits in der Blase war, wieder zurück durch den
Harnleiter in das Nierenbecken wandert. Meist verhält es sich so, dass
der Stein im Harnleiter feststeckt. Diesen Harnleiter muss man sich wie
einen dünnen Schlauch vorstellen, der an einigen Stellen Engstellen hat,
die für den Stein zu eng sind. Dieser Schlauch ist je nach Patient ca.
20cm lang, große Variationen sind möglich. Wenn der Stein in diesem
Harnleiter bis zu einer Engstelle gewandert ist, hat er bis dahin
sicherlich schon die Schleimhaut verletzt und Schmerzen angerichtet. Dann
steckt er fest. Der Urologe schiebt mit seiner Schiene (die auch nichts
anderes als eine Art Schlauch ist) den Stein zurück ins Nierenbecken,
denn nur dort kann man ihn gefahrlos zertrümmern. Gleichzeitig wird damit
ermöglicht, dass der Urin wieder abfließen kann.
Frage:
Guten Tag, ich habe einen Nierenstein bereits zertrümmern
lassen, ein anderer ist aber noch da. Nur ganz selten schmerzt er ein bißchen,
aber sonst leben wir friedlich zusammen. Muss er entfernt werden oder erst
wenn er Probleme macht? Kann er die Niere schädigen auch wenn er keine
Probleme macht?
Wenn Sie mit Ihrem Nierenstein friedlich
zusammenleben, soll man Sie beide nicht ohne Not trennen.
Aus medizinischer Sicht sollte man Nierensteine, die
Komplikationen verursachen, oder bei denen anzunehmen ist, dass sie
Komplikationen bereiten werden, entfernen. Ein symptomloser Stein kann in
der Regel im Nierenbecken verbleiben, sollte allerdings kontrolliert
werden. Allerdings kann ich nicht beurteilen, ob eine Komplikation droht.
Diese Frage müssten Sie ihrem behandelnden Urologen stellen.
Frage:
Ich habe einen Nierensteinen, der nach einer Kolik
mit der Schlinge entfernt wurde. Bei einem weiteren Stein kam es durch das
Einführen einer Schiene zum Harnabfluss dazu, dass der Stein wieder zurück
an den Harnleitereingang der Niere befördert wurde. Dort wurde über Röhrchen
von außen in die Niere mit Werkzeugen versucht, ihn zu entfernen -
vergebens. Zufällig, d.h. mit extrem viel Trinkflüssigkeit und
Treppenspringen im Krankenhausaufgang rutschte er dann morgens durch den
durch die Schiene geweiteten Harnleiter in die Harnblase und dann ins
Freie.
Warum wird den Patienten im Krankenhaus immer wieder
versprochen, die Steine zu untersuchen, um therapeutische Maßnahmen
einleiten zu können, die Ursachen zu finden?
Warum versucht man nicht über das Röhrchen von außen
in die Niere eine Art Saugrohr als Werkzeug zu benutzen?
Generell ist es leider so, dass nur in wenigen Fällen
durch eine Steinanalyse tatsächlich eine wirksame Behandlung eingeleitet
werden kann. Die über Jahrzehnte propagierten Diäten haben in der Praxis
kaum Erfolg gebracht, auch bei strenger Einhaltung der Diät.
Einzig bei Vorliegen einer bestimmten Hormonstörung,
dem Hyperparathyreoidismus (Überproduktion von Parathormon, meist durch
gutartige Adenome) kommt es zur Bildung calciumhaltiger Steine. Hier kann
durch eine Operation eine Heilung vom "Steinleiden" herbeigeführt
werden. Allen anderen Patienten kann man hauptsächlich raten, eine
relativ hohe Trinkmenge, ca. 2-2,5l/Tag, einzuhalten, dies aber natürlich
auch nur dann, wenn keine Begleiterkrankungen wie Herz- oder
Niereninsuffizienz vorliegen.
Über die Steinentfernung hat man sich viele Gedanken
gemacht. Schwierig ist dabei vor allem, dass man durch ein
"Herausziehen" des Steins schwere Verletzungen hervorrufen kann,
während bei dem durch den Körper selbst "durchgeführten
Transport" solche Verletzungen praktisch nie vorkommen. Außerdem
sind die Steine meist von poröser und unebener Oberfläche, so dass das
"Ansaugen" nicht sicher gewährleistet werden kann. Und wenn
stattdessen der Harnleiter angesaugt wird, kann auch dies schwere
Verletzungen hervorrufen. Sie sehen, die Sache ist leider nicht so
einfach, und der von Ihnen beschriebene Verlauf wirkt auf mich wie
"nach dem Stand der Technik ausgeführt".
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