Fragen zu: Angeborene Fehl- und Mißbildungen
Reflux-Nephropathie
Frage:
Meine Tochter hatte häufig starke Bauchschmerzen,
und litt an häufigen Hanrwegsinfekten. In einer Nierensprechstunde wurde
eine Refluxnephropathie ersten Grades festgestellt. Leider will meine
Tochter nun die Tabletten nicht nehmen. Jetzt soll sie Schwarzen
Johannisbeer-Saft und Mineralwasser der Sulfat über 400mg/l und
Hidrogenkarbonat unter 350mg/l enthält. Meine Frage nun, gibt es auch
noch was anderes, was hilft?
Im Prinzip ist ein Reflux ersten Grades nur bei häufigen
Harnwegsinfekten behandlungsbedürftig, eher beobachtungsbedürftig. Wenn
nach Weglassen der Medikamente keine weiteren Harnwegsinfekte auftreten,
muss nachgedacht werden, ob überhaupt eine Behandlung erforderlich ist.
Eine Ernährungsempfehlung kann über das Internet
nicht angegeben werden, da zu viele Faktoren die Empfehlungen
beeinflussen.
Die Studie, auf die sich die Empfehlung der Ansäuerung
des Urins bezieht, wird in der Fachwelt heftig diskutiert.
Wenn häufige Harnwegsinfekte auftreten, müsste auch
eine längerdauernde Antibiotikabehandlung in Erwägung gezogen werden.
Frage:
Seit 26 Jahren lebe ich mit einer Niere. Seit einigen
Jahren wird nun in dieser Niere ein Harnaufstau beobachtet. Bei der
letzten nuklearmedizinischen Untersuchung wurde eine Verschlechterung der
Funktion gemessen, nun soll eine Nierenpunktion unter Vollnarkose
erfolgen, was kann man daran sehen? Der Harnaufstau kommt wg.
Ureterabgangsstenose zustande. Eine Operation wird wahrscheinlich nötig
sein.
Aus nephrologischer Sicht ist zur Feststellung der
Leistungsfähigkeit der gesamt-Nierenfunktion keine nuklearmedizinische
Untersuchung nötig, sondern eine Untersuchung von Blut und (Sammel-)urin.
Eine Nierenpunktion macht in der Regel dann einen
Sinn, wenn ein auffälliger Urinbefund vorliegt (z.B. auffällige
Erythrozten oder Eiweiß). Damit können vor allem Erkrankungen des
Nierengewebes erkannt werden. Bei nur einer bestehenden Niere ist eine
Nierenpunktion mit einem deutlichen Risiko verbunden, denn wenn durch eine
Blutung oder eine Verletzung des Gewebes eine weitere
Funktionsverschlechterung oder ein Funktionsausfall eintritt, gibt es
keine andere Niere, die diese Funktionen übernehmen kann.
Nach Ihren Angaben kann ich mir vorstellen, dass es
durchaus einen Sinn machen würde, wenn Sie sich vor einem solch
risikoreichen Eingriff zusätzlich bei einem Nephrologen (Zusatzausbildung
zum Internisten mit Fachgebiet Nieren- und Bluthochdruckerkrankungen)
vorstellen, und mit diesem den geplanten Eingriff besprechen.
Nach aktuellen Forschungsergebnissen geht man davon
aus, dass beim Harnaufstau viel weniger der Aufstau den Schaden an der
Niere anrichtet, sondern eher wiederholte Infekte. Wenn Ihre Niere aber
schon stark vorgeschädigt war, kann es sein, dass es nun tatsächlich zu
einer kontinuierlichen Verschlechterung kommt. Aber auch dann sollen Sie
unbedingt mindestens zusätzlich von einem Nephrologenm mitbetreut werden,
damit die durch die Niereninsuffizienz entstehenden Probleme (Blutdruck,
Blutarmut, Entgleisung der Blutsalze und des Wasserhaushaltes des Körpers)
rechtzeitig erkannt und behandelt werden können.
Frage:
Ich wurde mit einem Urethral-Klappen-Fehler geboren,
wobei dieser mit einer Operation behoben wurde.
Die nachfolgenden Untersuchungen zeigten dann keine
Auffälligkeiten mehr. Auch ließ ich immer wieder meinen Harn
begutachten, auch hier alles in Ordnung.
Als ich "Pfeiffersches Drüsenfieber"
hatte, fielen schlechte Blutwerte auf. Daraufhin wurde ein Nieren-Sono
erstellt, mit dem Ergebnis ,dass die rechte Niere kleiner sei als die
linke.
Nun wurde eine Nierenfunktions-Untersuchung und ein
Nieren-Röntgen gemacht. Es kam heraus, dass die rechte Niere nicht mehr
arbeitet und die linke auch schon weniger arbeitet. Der Grund sei, dass
die Klappen, die den Reflux in die Nieren aufhalten sollen, nicht
funktionieren und außerdem bestünde eine Erweiterung des Nierenbeckens.
Es kommt leider nicht selten vor, dass durch einen
Reflux oder durch Urethralklappen die Nieren in Mitleidenschaft gezogen
werden.
Allerdings geht man mittlerweile mehr davon aus, dass
die Schädigung eher durch die oft unbemerkt ablaufenden Infekte erfolgt
als durch den reinen Rückstau.
Man neigt in der Kinderheilkunde mehr und mehr dazu,
eher medikamentös die Infekte zu verhindern als durch Operationen den
Reflux zu beheben, da sich die Operationen als oft wenig wirksam erwiesen
haben.
Das gleiche gilt wahrscheinlich auch jetzt für Ihren
Sohn. Auch wenn nur noch eine Niere arbeitet, ist dies nicht unbedingt ein
Grund zur Sorge.
Generell kann eine einzelne gesunde Nieren alle
Notwendigen Funktionen wie Entgiftung, Aufrechterhaltung des
Wasserhaushaltes, Hormonproduktion, Regulierung des Blutdrucks etc. erfüllen.
Allerdings sollte man (wie sonst auch) alle Erkrankungen, die sekundäre
Nierenschäden auslösen können, wie Diabetes, Bluthochdruck,
aufsteigende Infektionen usw. besonders konsequent behandeln. Die
Sicherheitsreserven sind bei nur
einer vorhandenen Nieren naturgemäß eben wesentlich geringer.
Eine nicht funktionierende Niere wird normalerweise
nur dann entfernt, wenn sie nicht anderweitig beherrschbare Beschwerden
verursacht. Denn die Entfernung einer Niere ist eine große und nicht
ungefährliche Operation. Und in der Regel wandelt sich die nicht
funktionierende Niere eben nur in Narbengewebe um, das keine Beschwerden
verursacht und auch kein gesundheitliches Risiko darstellt.
Frage:
Habe 2 Wandernieren und wiederholt Nierensteine und
Harnwegsinfektionen. Was kann ich tun?
Wandernieren können dadurch, dass es immer wieder
zur Abknickung der Harnleiter (Weg von den Nieren zur Blase) kommen kann,
die Entwicklung von Harnwegsinfekten begünstigen. Dies kann man z.B.
durch Ultraschalluntersuchungen in verschiedenen Körperpositionen
herausfinden. Wenn sich das Problem nicht beherrschen lässt, ist in
allerdings seltenen Fällen auch eine Operation erforderlich. Aber hier
muss ich Sie an ihren behandelnden Arzt verweisen.
Frage:
Was ist? eine oder Was sind Hufeisennieren.
Als Hufeisenniere bezeichnet man Nieren, die sich in
der Embryonalentwicklung nicht vollständig getrennt haben und daher
(meist am unteren Pol) noch mit einer Gewebebrücke verbunden sind.
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