Organisation der Nierentransplantation 

In über 90% der Nierentransplantation in Mitteleuropa wird eine Leichenniere verpflanzt. Nach Entnahme einer Leichenniere wollen die verantwortlichen Mediziner 2 Hauptziele erreichen: 

  1. Die Spenderniere soll ein Patient erhalten, der einen möglichst gut passenden Gewebetyp hat und 

  2. der am längsten wartet. 

Je besser der Gewebetyp, desto länger funktioniert eine Niere und desto weniger abwehrhemmende (immunsuppressive) Medikamente, mit ihren spezifischen Risiken, braucht der Empfänger . 

 

   Überlebenskurven von Patienten mit günstigem und ungünstigem HLA-Match

 

Wie versuchen wir Nephrologen und anderen Transplantationsmediziner die 2 eben genannten Ziele zu erreichen? In Mitteleuropa wurde die Eurotransplant Organisation aufgebaut, die ihren Sitz in Leiden hat.

 

 Die Abbildung zeigt das Schema der Organverteilung in Mitteleuropa  

 

Die Organentnahme mit medizinischen Details des Organs und des Spenders werden nach Leiden gemeldet, wo das Büro immer, d.h. 24 Stunden an 365 Tagen, besetzt ist. In dieser Zeit läuft schon im nächstgelegenen Speziallabor die Gewebetypisierung. Diese Daten liegen nach etwa 3 Stunden vor und werden ebenfalls nach zu Eurotransplant in Leiden gemeldet. Der Computer in Leiden entscheidet dann nach Gewebetyp und Wartezeit, welcher Dialysepatient als Empfänger in Frage kommt. Gleichzeitig sucht der Computer  auch Ersatzkandidaten aus. Mehr als 11.500 Deutsche standen 1999 auf der Eurotransplant Warteliste.

Ist der passende Empfänger gefunden, dann wird der betreuende Nephrologe angerufen, ob der Dialysepatient operabel ist. Hat der Patient in diesem Augenblick eine akute Erkrankung, z.B. eine Lungenentzündung oder einen Herzinfarkt, dann ist eine Operation zu gefährlich und die Niere bekommt der nächste Patient auf der Liste von Eurotransplant. Dies ist in der Regel nicht der Fall.

(c) Prof. Dr. Mann und Dr. med. Martin Pachmann

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